Das Gebiet des Bezirks Saulkrasti nimmt eine Fläche von 46,8 km² ein. Der Verwaltungsbezirk Saulkrasti befindet sich am Rande der Rigaer Bucht, im westlichen Teil Vidzemes. Das Gebiet des Bezirks Saulkrasti umfasst die Küstenwaldzone des Flusses und des Sees von Lilaste im Süden bis nach Zvejniekciems im Norden. Das Verwaltungsgebiet erstreckt sich über eine Länge von 17 km. 

Im Bezirk leben mehr als 6000 Einwohner. In der Sommersaison steigt die Einwohnerzahl deutlich an, was mit dem Beginn der Touristensaison und den im Bezirk ansässigen Gartenbaugenossenschaften und deren Personalbedarf verbunden ist.

Das Zentrum von Saulkrasti ist 45 km von Riga, 47 km von Limbaži, 40 km von Sigulda und 58 km von Salacgrīva entfernt.

Durch das Gebiet des Bezirks verläuft die internationale Fernverkehrsstraße Via Baltica. 

Im Bezirk Saulkrasti befinden sich die folgenden Ortschaften: Bātciems, Pabaži, Saulkrasti und Zvejniekciems sowie Gartenbaugenossenschaften. Der Bezirk wird von vier Flüssen durchzogen: Inčupe, Pēterupe, Ķīsupe und Aģe, die sich im Wappen von Saulkrasti symbolisch wiederfinden.

Saulkrasti entstand im Jahre 1933 aus der Vereinigung der beiden Ortschaften Neibāde (Neubad) und Pēterupe (Peterbach). Der Name Saulkraste geht auf den Handlungsort des Theaterstücks „Blütezeit“ des dort ansässigen Schriftstellers Emīls Cīrulis zurück. Die Geschichte der Ortschaft Pēterupe reicht weiter zurück als die des Kurorts Neibāde.

Das Gebiet um Saulkrasti wurde erstmals in Heinrichs Livländischer Chronik Ende des 12. – Anfang des 13. Jahrhunderts schriftlich erwähnt. Hierin wird von kleinen livischen Dörfern an der Meeresküste berichtet, in denen rebellische Liven lebten. Im 13. Jahrhundert war das Gebiet Teil des Verwaltungsgebiets Kubesele. Im Zuge der Christianisierung Lettlands wurde auf einem Hügel am Bach ein hölzernes Gebetshaus oder eine Kapelle errichtet, die den Namen Sankt Peter erhielt. Im Laufe der Zeit entstand um das Pfarrhaus und die Kirche das Dorf Pēterupe (ursprünglich als Peterscapelle bezeichnet).

Im 14.–15. Jahrhundert gehörte das Gebiet, das sich um die Burghügel und das von Deutschen gebildete Zentrum erstreckte, zum Gutsbesitz.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Saulkrasti zu einem Kurort. Die von den steilen Ufern der kleinen mäandrierenden Flüsse durchzogene Küste ist einer der schönsten Orte Vidzemes (Livland) am Meer, ein beliebter Erholungsort schon seit ewigen Zeiten. Neibāde wurde 1823 gegründet, als zwei Barone – der Baron von Bīriņi (Büringshof), Aleksej von Pistohlkors, und der Baron von Lēdurga (Loddiger), Karl von Reitern – nicht weit von Pēterupe die ersten Sommerhäuser errichteten. Im Park um die Freilichtbühne von Saulkrasti kann das Denkmal zu Ehren Karl von Reiterns, dem Baron von Lēdurga, besichtigt werden, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Badeort Neibāde gründete. Seine Blütezeit als Kurort erreichte Neibāde zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als es der beliebteste Erholungsort der Adligen Vidzemes war. Den Kurort besuchten auch Adlige aus Tartu (Dorpat), Pärnu (Pernau) und Viljandi (Fellin) sowie aus Moskau, St. Petersburg und anderen Orten des Russischen Reiches.

Während des Ersten Weltkriegs wurde Neibāde völlig zerstört und es begann die Bodenreform, die Enteignung der Adligen und die Aufteilung der Ländereien. Während der Kampfhandlungen verlagerte sich das wirtschaftliche Leben in das Dorf Pēterupe und Neibāde wurde zu einem ruhigen Ort.

Mit der Eröffnung des Streckenabschnitts Saulkrasti der Bahnlinie Riga–Rūjiena im Jahre 1934 zeigte sich mehr und mehr die Rigaer Intelligenz in Saulkrasti. Beispielsweise hielten sich hier Alfrēds Kalniņš, Tija Banga, Lilija Šmithene und andere Kulturschaffende und Künstler auf. Zu dieser Zeit waren sowohl in Neibāde als auch in Pēterupe noch verschiedene Vereinigungen aktiv. Bis zum Zweiten Weltkrieg war in Saulkrasti das Erholungsheim der Arbeiter der Textilindustrie Lettlands und in „Rūķīši“ (Zwerge) wurde für das lettische Kinderhilfswerk ein Sommerlager eingerichtet.

Während des Zweiten Weltkriegs musste Saulkrasti erhebliche Verluste hinnehmen, weshalb die Entwicklung des Kurortes sehr langsam verlief. Im Jahr 1991 erhielt Saulkrasti die Stadtrechte.